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ÖSV: Antworten zum Ski Weltcup und Olympia

Natürlich habe ich auch den Österreichischen Skiverband ÖSV befragt. Pressesprecher Jo Schmid stellte sich auf der steirischen Reiteralm meinen Fragen. Diese bezogen sich auf die Vorwürfe des FIS Präsidenten als auch der Bundeswettbewerbsbehörde: Dieser sind die Mehrfachenfunktionen von leitenden ÖSV Funktionären, u.a. Präsident Prof. Schröcksnadel, ein Dorn im Auge. Und natürlich wollte ich wissen wie die Chancen auf Olympische Spiele in Salzburg 2014 nach dem PR-Debakel in Turin stehen.

M.Z.: Erstmals mussten Skirennen wegen Geldmangel abgesagt werden. FIS Renndirektor Günther Hujara sagte: „Der Sport hat verloren weil einige nicht bereit waren. Diejenigen, die das zu verantworten haben, müssen nun damit leben“. Fühlen Sie sich angesprochen?

kasperschmid479Jo Schmid: Nein überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Sie sehen ja heute auf der Reiteralm, dass wir Verantwortung für den Skisport tragen und auch kurzfristig Weltcup-Rennen übernehmen. Wir machen die Vermarktung selbst und sind daher in der Lage auch kurzfristig Rennen zu finanzieren und durchzuführen. Der US-Verband war nicht auf weitere Rennen vorbereitet. Man muss aber festhalten, dass Veranstaltungen im Bereich der nationalen Verbände und nicht im Bereich der FIS liegen, was den Internationalen Skiverband aber nicht hindern hätte können Sponsoren in notwendigem Umfang zu akquirieren.

M.Z.: FIS Präsident Kasper meinte jedoch, dass die FIS 1 Million Schweizer Franken aus selbst koordinierten Sponsorengeldern bereitgestellt hatte.

Schmid: Der ÖSV hätte sogar ohne dafür verantwortlich zu sein entsprechende Sponsorengelder für Aspen lukriert. Im ÖSV ist man der Meinung, dass 8 Rennen an einem Ort unmittelbar hintereinander dem Skisport mehr schaden als nutzen. Das Zuschauerinteresse sinkt dabei. Ähnliches hat der Tennissport bereits erlebt.

M.Z.: Der ÖSV sträubt sich als einziger von 107 Skiverbänden innerhalb der FIS gegen eine zentrale Vermarktung des FIS Skiweltcups. Warum?

Schmid: Dazu muss man festhalten, dass es nicht um 107 Skiverbände geht, sondern um maximal 15 die Rennen veranstalten, und allein diese sind mit diesem Thema befasst. Der ÖSV ist immer für eine gemeinsame Vermarktung eingetreten zumal das finanzielle Risiko der Verband und nicht die FIS trägt. Niemand hindert aber die FIS- Marketingabteilung dem Veranstalter Sponsoren gegen entsprechende Entschädigung anzubieten.

b>M.Z.: Im Gegensatz zum ÖSV möchte die FIS mehr Rennen an einem Ort und damit dem Weltcup Eventcharakter verleihen. Der ÖSV möchte statt dessen neue Weltcup-Orte beispielsweise in Russland…

Schmid: …sicher ist Russland für die Zukunft ein Thema. Es wäre eine gute Alternative und könnte Lücken im Weltcup-Kalender schließen. Dort gibt es hervorragende Skigebiete mit tollen Abfahrten die eine Bereicherung für den Sport sein können. Russland ist sicher ein Zukunftsmarkt für den Skisport.

M.Z.: Der ÖSV forderte bei Absagen den Mut zur Lücke. Die FIS möchte statt Absagen mehr Rennen am selben Ort. Wie passt das zusammen?

Schmid: Gegen den Eventcharakter haben wir nichts einzuwenden. Wir halten es jedoch nicht für sinnvoll den Skiweltcup an wenigen Orten zu polarisieren. Dafür gibt es die Weltmeisterschaft, die sonst abgewertet werden würde. 2 Rennen jeweils am Wochenende mit entsprechender Vor- und Nachberichterstattung wäre unserer Meinung nach sinnvoll. Damit hätten die Fans die Möglichkeit „ihre“ Sieger entsprechend zu feiern. Die FIS sollte sich verstärkt dafür einsetzen, dass die Skirennen von mehreren Ländern im TV übertragen werden. Es ist für mich unverständlich, dass die US-Rennen lediglich von Österreich und der Schweiz live übertragen werden.

M.Z.: Der ÖSV betont, dass es keine Interessenkonflikte durch Vielfachfunktionen von ÖSV-Funktionären gäbe. Wie vermeiden Sie Interessenkonflikte?

Schmid: Ich weiß nicht was sie damit meinen.

oesvM.Z.: Beispielsweise ist ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner auch Geschäftsführer der Austria Ski Veranstaltungs GmbH oder der Austria Ski Nordic Veranstaltungs GmbH, die auch heute das Rennen auf der Reiteralm oder Biathlon in Hochfilzen ausrichten. Peter Schröcksnadel ist ÖSV Präsident und arbeitet gleichzeitig für seine Werbefirmen Sitour oder Feratel.
Schmid: Nachdem es sich um Firmen handelt, die 100prozentig im Eigentum des ÖSV stehen, ist es selbstverständlich, dass Funktionäre und Geschäftsführer des Verbandes auch für diese Firmen verantwortlich zeichnen. Daher gibt es für mich dabei überhaupt keine Interessenskonflikte. Grundsätzlich kann es einen Interessenskonflikt nur dann geben, wenn man sich nicht anständig verhält. Im ÖSV ist alles offen gelegt und durch Treuhandfirmen überwacht. Unser Präsident steht nun seit 16 Jahren dem Verband vor. Seinem Engagement ist es zu danken, dass der Verband heute auf eine solide finanzielle Basis bauen kann.
Was seine Firmen betrifft, so hat er sich dort aus dem operativen Bereich seit geraumer Zeit zurückgezogen und hat auch seine Geschäftsführertätigkeit offiziell zurückgelegt.

pict0049M.Z.: Welche Konsequenzen hat der ÖSV aus dem PR-Desaster während der Olympischen Winterspiele in Turin gezogen?

Schmid: Ich glaube nicht, dass es ein PR-Desaster war. Alle Doping-Proben waren negativ. Der Doping –Vorwurf ist bis heute nicht belegt. Es war eine gezielte Aktion gegen den ÖSV der aber für Olympia nicht zuständig ist. Es war die Mannschaft des ÖOC in der auch Athleten des ÖSV vertreten waren. Im ÖSV hat man selbstverständlich Konsequenzen gezogen um im Eventualfall bei anderen Großereignissen wie Weltmeisterschaften entsprechend gerüstet zu sein. Unsere Athleten haben die erfolgreichsten Olympischen Winterspiele aller Zeiten für Österreich absolviert. Fair und absolut sauber!

M.Z.: Halten Sie Olympia 2014 in Salzburg noch für möglich?

Schmid: Ich denke nicht, dass der Entscheid des IOC im kommenden Juni davon beeinflusst wird. Dort entscheiden ganz andere Leute. Salzburg ist sportlich sehr gut gerüstet und hat nach wie vor beste Aussichten auf atmosphärisch hervorragende Winterspiele mit Weltniveau.

M.Z.: Herr Schmid, vielen Dank für das Gespräch.

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